Fotoausstellung „Telemedizin POMERANIA“ - mit fotografischen Porträts von Angela Fensch

Aus dem von der Europäischen Union (EU) im Rahmen des INTERREG IV A-Programms geförderten Telemedizin-Projekt „Telemedizin Euroregion Pomerania“ ist eine beeindruckende Fotoausstellung mit Porträts der Fotografin Angela Fensch von deutschen und polnischen Patienten und Ärzten aus 9 von insgesamt 35 projektbeteiligten Krankenhäusern im Pomerania-Fördergebiet diesseits und jenseits der deutsch-polnischen Grenze hervorgegangen.

Bekannt geworden ist Angela Fensch Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre mit Fotografien von Müttern und ihren Kindern. Damals hat sie in Berlin fotografiert, heute lebt sie in der Uckermark, mitten im Fördergebiet der Pomerania. Für den Verein „Telemedizin in der Euroregion Pomerania e.V.“ hat sie die Menschen fotografiert, denen die EU-Investitionen als Patienten oder als Mitarbeiter von Krankenhäusern das Leben erleichtern sollen.

Die Telepathologie ist eine der telemedizinischen Anwendungen, die                  der Verein Telemedizin in der Euroregion POMERANIA e.V. unterstützt.

Finanzielle Mittel sind in Grenzregionen oft rarer gesät als in Metropolen. Eine Eisenbahnfahrt oder ein Krankenhausaufenthalt in diesen Regionen macht das deutlich. Wenn man an die deutsch-polnische Grenze kommt, werden auch medizinische Leistungen dünner: Es gibt hier weniger Menschen, spezialisierte Ärzte finden nicht genug Patienten. Die Menschen in Grenzregionen werden also tendenziell von weniger spezialisierten Ärzten behandelt als die Menschen in den Ballungsräumen. Telemedizin, das Erbringen von ärztlichen Leistungen über eine räumliche Entfernung, schafft hier Abhilfe: Telemedizin stellt spezialisierte ärztliche Leistungen auch in den menschenarmen, grenznahen Regionen zur Verfügung. Lokale Zentren erbringen diese Leistungen und werden so wettbewerbsfähiger. Sie werden nicht nur für Patienten attraktiver. Junge Menschen finden attraktivere Arbeitsplätze vor, können vor Ort eine zukunftssichere Ausbildung erhalten. Der Druck, in die Metropolen zu gehen, wird geringer. Da der Nordosten Deutschlands den demographischen Wandel des gesamten Landes vorwegnimmt, hat das Projekt, das es, den Regierungen in Schwerin, Potsdam und Warschau ermöglicht, Geld direkt in die grenznahen Regionen fließen zu lassen, weit über das eigentliche Fördergebiet hinaus Bedeutung. Telemedizin wird überall in Deutschland wichtig.

Die einzelnen Porträts der insgesamt 152 Aufnahmen umfassenden Ausstellung zeigen, dass es der Fotografin augenscheinlich gelungen ist, das Vertrauen der fotografierten Menschen im Krankenhaus zu gewinnen. Es wäre sonst nicht möglich gewesen Menschen - und dann noch Menschen im Krankenhaus - so lebensnah und offensichtlich so entspannt abzubilden. Dem einzelnen Betrachter bleibt es überlassen, etwaige Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen und Polen festzustellen.

Bis im POMERANIA-Telemedizin-Projekt wirkliche Kontakte zwischen den Ärzten entstanden sind, die das Projekt auf beiden Seiten der Grenze trugen, hat es Jahre gedauert. Die Sitzungen der Ärzte, die im Telemedizinprojekt POMERANIA zusammenarbeiten, finden abwechselnd auf beiden Seiten der Grenze statt. Dass die EU das im Rahmen des INTERREG-Programms erreicht hat, ist ein großer Erfolg.

Nach der Präsentation anlässlich der deutsch-polnischen Journalistentage im Schweriner Schloss (14.-16.05.2012) wird die Ausstellung der Öffentlichkeit u.a. an folgenden Standorten gezeigt werden:


29.05.2012 - 08.06.2012 Ausstellungseröffnung im Rathaus der Hansestadt Greifswald: Kleine Bildergalerie
4.06./15.06.12 Jahresabschlusskonferenz in Stettin: Radisson Hotel
02.06-06.07.2012 Alfried-Krupp-Kolleg, Greifswald: im Rahmen der 5. Medizinischen Sommerakademie